MENU

PARTIZIPATION IM HANNAH-ARENDT-ZENTRUM HANNOVER

PARTIZIPATIONSSTRUKTUREN IM HANNAH ARENDT ZENTRUM

Di., . 15. Sep, 18:00 - 21:00 | Hannover


HANNAH-ARENDT-DEMOKRATIEZENTRUM HANNOVER

PARTIZIPATIONS-WERKSTATT 5

Diskussionsvorlage für die Werkstattteilnehmer*innen 

DIE PARTIZIPATIVEN STRUKTUREN

sind geprägt von praktischem Handeln mit dem Ziel, gemeinschaftlich Lösungsvorschläge zu entwickeln und umzusetzen.

Das Hannah-Arendt-Zentrum ist in diesem Sinn ein eigens für die Freiheit erstellter Raum, „in dem Menschen zusammenkommen, ein (…) Versammlungsplatz“, eine Art „Agorá“1 und ermöglicht, dass „eine Pluralität von Menschen in öffentlichen Räumen handelt und debattiert“2

Das Zentrum ist ein Raum für das niedrigschwellige politische Tätigwerden aller Menschen, jenseits des parteipolitischen Engagements. Es ist ein Lernort für „die Fähigkeit (…), die vielen möglichen, in der wirklichen Welt vorgegebenen Standorte einzunehmen, von denen aus die gleiche Sache betrachtet werden kann“3.

Das Hannah-Arendt-Zentrum für Demokratie und Mitwirkung fördert Mitgestaltungswillen und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Bürger*innen und bietet jedem Menschen die Chance, im Sinne Arendts einen Anfang zu machen, um seine politische Freiheit durch selbstverantwortliche aktive Mitwirkung am öffentlichen Leben wahrzunehmen.

1Hannah Arendt (2026): Über die Revolution. 6. Aufl., Piper, S. 37. 2Richardt J. Bernstein (2021): Denkerin der Stunde: Über Hannah Arendt. Suhrkamp, 2. Aufl., S.102. 3Hannah Arendt (2015): Was ist Politik, Piper, 5. Aufl., S. 96-97.

 

HANNAH-ARENDT-ZENTRUM HANNOVER – Die Partizipativen Inhalte, Werkzeuge, Methoden, Formate

 

  1. Bürger*innen nutzen den Ort und seine Angebote, um selbst mit anderen zusammen ins politische Denken und Handeln im öffentlichen Raum zu kommen.

 

  1. Sie regen Diskussionen an und nehmen an Diskussionen teil, zu gesellschaftlichen und stadtrelevanten Fragen. Die Diskussionen sind moderiert und die Beteiligten achten auf eine faire, respektvolle und gewaltfreie Kommunikations- und Diskussionskultur.

 

  1. Hier können Bürger*innenräte tagen und Einwohner*innen Vorschläge machen für Themen, die beraten werden sollen.

 

  1. Es gibt digitale Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten (z.B. eine Net-Agorà) und Kontakte zu Beteiligungsprozessen anderer Städte und Orte in der Bundesrepublik, in Europa und weltweit. Netzwerkarbeit nimmt neben der inhaltlichen und methodischen Schwerpunktsetzung des Zentrums eine wichtige Rolle ein. Sie sorgt für Information und Transparenz der Mitglieder.

 

  1. Eine Bibliothek zu Hannah Arendt und anderen Denker*innen der Demokratie und Beteiligungsfragen, z. B. Friedrich Schiller, Cornelius Castoriadis, Oskar Negt, Jacques Rancière, Eva von Redecker u.va.)

 

  1. Exemplarische Veranstaltungsformate finden im Zentrum statt: Sie können demokratische und konsultative Prozesse durch erfahrungsbezogenes Lernen erleben, wie z.B. durch

– Betzavta Demokratie- und Konflikttrainings (Betzavta ist ein erfahrungsbasiertes Demokratielernen in Gruppen, das Selbstbeobachtung- und Selbstreflexion ermöglicht). Wie fällen wir Entscheidungen? Wann schaue ich auf meine eigenen Interessen, wann auf die der anderen? Was ist das Gemeinwohl? Wie lösen wir Dilemmata? „Betzavta“ ist hebräisch und bedeutet „Miteinander“

– Seminare zu gewaltfreier Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

– Systemisches Konsensieren (Entscheidungsfindung durch Sichtbarmachen vom geringsten Widerstand)

– Mitwirkung in Beteiligungsräten

– Zukunftswerkstätten entwickeln Zukunftsvisionen und Ideen

– Mit Dynamic Facilitation moderierte Entscheidungsprozesse. (Dynamic Facilitation ist eine Moderationsmethode, die kleine und mittel-große Gruppen unterstützt, zu Lösungen zu gelangen, die oft unerwartet, erstaunlich kreativ oder besonders nachhaltig und von transformativer Kraft für alle Beteiligten sind. Alle Für- und Wider-Argumente werden sichtbar gemacht).

– Partizipative künstlerische Aktionen im öffentlichen Raum, die gemeinwohl-bezogene Themen sichtbar machen (Ästhetik der Politik)

– Mind-the-Gap-Formate helfen, unsere kognitiven Dissonanzen (die Kluft zwischen unserem Bewusstsein und unserem Handeln) zu erkunden und zu verändern

– Sprechen und Zuhören: Dialogübungen

– Emotionen reflektieren, z.B. im Demokratie- und Klimacafé: Wie geht es Dir mit der Klimakrise und mit der Demokratiekrise? Emotionen und konstruktive Ideen austauschen

– Demokratie-Spiele, Escape Rooms zur Meinungsfreiheit u.v.a.m.

 

  1. Das Zentrum ist Labor und Werkstatt für innovative Ideen, die das Zusammenleben reicher gestalten im Sinne eines „globalen Buen Vivir“. Im Hannah-Arendt-Demokratiezentrum bilden sich Initiativen, die das gute Leben in der Stadt gemeinwohlorientiert gestalten möchten.

 

  1. Es werden Werkzeuge der Beteiligung angewandt, wie z.B. Bürgergutachten, repräsentative Meinungsbilder, Einwohner*innenversammlungen, kommunale Planungsworkshops, Konfliktlösungskonferenzen, Worldcafés u.a.

 

  1. Bürger*innen haben die Möglichkeit, die Arbeit im Zentrum mitzugestalten. Das wird ausdrücklich angeregt.

 

  1. Marginalisierte, benachteiligte, vulnerable oder unbeteiligte Menschen werden aktiv aufgefordert ihre Anliegen öffentlich sichtbar zu machen.

 

  1. Kennenlernen von direktdemokratischen Möglichkeiten wie z.B. Bürgerbegehren und Bürgerentscheid. Informationszentrum zu Bürgerräten und Bürgerbeteiligung in Hannover.

 

  1. Anleitung und Anregungen zu beteiligungsgeleitetem Engagement in der Stadt und in Kommunen, z.B. mit Apps, die beteiligungsorientierte Planungen beinhalten, wie z.B. das von der Uni Hannover u.a. entwickelte digitale Beteiligungsplanspiel zur Implementierung erneuerbarer Energien in Kommunen „Vision: En 20240“

 

  1. Zusammen mit anderen Menschen tragfähige Zukunftsvisionen für unsere Gesellschaft zu entwickeln, macht mehr Spaß, als allein „im Kämmerlein“ zu betrauern, was gerade alles nicht optimal funktioniert.

 

  1. Bürger*innen können hier erfahren, warum es Sinn macht und wie es geht, sich in der Öffentlichkeit zu engagieren. Hier können Hemmschwellen abgebaut werden.

 

  1. Parteien und Parlamente können ihre politische Kultur kritisch reflektieren und Ideen für ihre positive Weiterentwicklung diskutieren.

 

 

DIE PARTIZIPATIVE BASIS DES VEREINS DES HANNAH-ARENDT-DEMOKRATIEZENTRUMS HANNOVER

Die der Arbeit des Vereins zugrunde liegende Idee von Demokratie und Mitwirkung geht, ganz im Sinne von Hannah Arendt, bewusst über formal repräsentativ gewählte Strukturen hinaus und beinhaltet eine breitere informelle Partizipation, die nicht nur Teil der Arbeit des Zentrums, sondern ein wesentliches Funktionsprinzip seiner eigenen Arbeitsweise ist. Im gemeinsamen Prozess werden Ideen entwickelt, kollektiv erörtert und zum Handeln gebracht. Dadurch werden Beteiligungsformate in der Praxis eingeübt, sind besser nachvollziehbar und tragen dazu bei, dass Demokratie unmittelbar erlebt wird. Das Zentrum fördert also das diskursive und konsultative Element der Politik und stärkt so die informelle Beteiligung zur Erhaltung der Demokratie.

So kann der Demokratieverdrossenheit, der Polarisierung von menschenverachtenden Meinungen und einer zunehmenden Vereinsamung der Gesellschaft entgegengewirkt werden.

Der Verein besteht aus dem Vorstand, den Mitgliedern und der Mitgliederversammlung. Die Arbeit des Vereins wird inhaltlich ausgestaltet durch die Impulse des Beirates. Dieser garantiert die partizipative Struktur:

  • Der Beirat besteht aus 29 Personen.
  • Es sind dies 13 Vertreter*innen der in der Mitgliederversammlung vertretenen juristischen Personen mit Stimmrecht, welche per Los ausgewählt werden
  • 12 Bürger*innen unter Zuhilfenahme bestimmter Kriterien zufällig ausgewählt
  • 2 Mitgliedern des Vorstands und
  • 2 Mitarbeiter*innen des Zentrums mit inhaltlichen Aufgaben
  • Bei der Auswahl sind Ersatzmitglieder zu benennen
  • Es können auch Fachleute zur nationalen und internationalen Hannah-Arendt-Forschung einbezogen werden, um die inhaltlich-programmatische Arbeit des Hannah-Arendt-Zentrums im Geist der Namensgeberin sicherzustellen
  • Der Beirat tagt regelmäßig, z.B. einmal pro Quartal. Der Beirat entwirft ein Programm für den nächsten Aktionszeitraum und berät Schwerpunkte. Der Beirat schafft sich ein Rotationsprinzip in Bezug auf die 13 Mitglieder und 12 Bürger*innen
  • Der Verein ist unabhängig und sollte nicht von externen Interessen dominiert werden

Team Werkstatt 5 

 

Ort: HANNS-LILJE-HAUS HANNOVER
2. Etage
Knochenhauerstraße 33
301659 Hannover
Veranstalter*in(nen): Gründungsinitiative HANNAH-ARENDT-ZENTRUM HANNOVER
In Kooperation mit: Unterstützer*innen Kreis Beteiligungsrat Hannover
Politische Beteiligungsinitiative Hannover
PROTERRA e.V. Hannover
Beteiligte der Werkstatt 5 Partizipation der Gründung des Hannah-Arendt-Zentrums
Gefördert durch: Ca. 100 Förderer des Hannah-Arendt-Zentrums Hannover

Abonniere unseren Newsletter!

& schließe dich anderen Abonnent*innen an!


Der Newsletter wird per E-Mail verschickt. Der Newsletter enthält Informationen über Veranstaltungen und Informationen über unseren Verein. Wir werden Deine personenbezogenen Daten, die wir für den Versand des Newsletters verarbeiten, Dritten nicht zur Verfügung stellen. Du kannst dich jederzeit von unserem Newsletter abmelden und somit deine Einwilligung für den Erhalt des Newsletters widerrufen.

Datenschutz * Hiermit stimme ich dem Erhalt des kostenlosen Newsletters von PROTERRA Project Cooperation e. V. zu. Die dazugehörigen Bedingungen habe ich gelesen und akzeptiere diese (Datenschutzerklärung).

Mit PROTERRA verbinden

fb fb

Mit Democracy in Motion verbinden

fb

Mit Artivism Drives Democracy verbinden

fb