Start in Hannover
FORSCHUNGS-PROJEKT griechische Aspekte des GLOBAL BUEN VIVIR
So.., 30 August 2026„Alles in Griechenland, Berge, Flüsse, Meere, Ebenen sprechen zum Menschen in einer fast menschlichen Sprache. Sie drücken ihn nicht; sie werden zu Freunden und Mitarbeitern.“ Das sagte Nikos Kazantzakis, der Naxos aus seiner Jugend genauestens kannte und immer wieder in die Ägäis zurückkehrte. Nikos Kazantzakis (1980): Im Zauber der griechischen Landschaft.
In der Universität Hannover gründeten wir am Mittwoch, dem 26. August mit sieben Personen aus der Forschung, von PROTERRA, mit ambitionierten jungen Leuten, Lehrer*innen und dem Vorstand der deutsch-griechischen Gesellschaft das Forschungsprojekt TROPOS TIS KALIS ZOIS – H ELLENIKI KALI ZOI / LEBENSFORM DES GUTEN LEBENS – DAS GRIECHISCHE GUTE LEBEN.
Auf breiter Kenntnis- und Forschungsbasis in Südamerika zum BUEN VIVIR wird jetzt erforscht, welche vergleichbaren gemeinschaftlichen, naturaffinen Lebensformen in Griechenland existieren, von den Menschen bewusst gelebt und politisch zukunftsfähig gemacht werden.
Der zweiwöchige Austausch mit den Gästen des Gymnasiums Limmer aus SARAYAKU in Amazonien/Ecuador im Juni 2026 hat zu einer tiefgehenden Information über die Lebensformen des BUEN VIVIR beigetragen und bleibende Impulse ermöglicht. So ist die bestehende Zusammenarbeit der Stadt Hannover mit SARAYAKU beim Besuch im Nachhaltigkeitsbüro und beim Bürgermeister gestärkt worden. Die gemeinsame Projektarbeit zu Kernthemen des Umgangs mit dem Wasser und der Natur in gemeinschaftlichen Projekten hat beiden Seiten einen tiefen Einblick in Aspekte der jeweiligen Lebensform ermöglicht und neue Initiativen ausgelöst.
Prof. Dr. Philipp Altmann von der Universität Quito in Ecuador arbeitet bis zum Frühjahr 2027 im „Forschungszentrum Wissenschaft und Gesellschaft (LCSS)“ an der Leibniz Universität Hannover. So konnte er auch beim Besuch der Gäste aus SARAYAKU mit einem Vortrag zum „global BUEN VIVIR“ den Austausch zwischen den Gästen aus Ecuador und dem hannoverschen Publikum beim 22. PROTERRA-FORUM intensivieren. Es entstand unsere gemeinsame Idee, an frühere Versuche anzuknüpfen, gemeinschaftsbasierte Lebensweisen zu erforschen, die mit dem Konzept des „global BUEN VIVIR“ in Verbindung stehen und somit alternative Formen des Umgangs mit dem sozialen und natürlichen Umfeld bieten können.
Andrea Kurtz von PROTERRA hatte vor zwei Jahren den Besuch von Alberto Acosta aus Ecuador (Initiator des BUEN VIVIR in der Verfassung Ecuadors) und die online-Zuschaltung von Eduardo Gudynas aus Uruguay (BUEN VIVIR-Autor) im Pavillon Hannover organisiert und damit die Thematik des BUEN VIVIR in Hannover bekannt gemacht. In mehreren PROTERRA-FOREN hat Victor Hübotter, unser PROTERRA-Jugendvorstand, seine Recherche-Erfahrungen aus Mexiko und Guatemala zum BUEN VIVIR in Hannover öffentlich zur Diskussion gestellt.
Durch die Gründung der Naxos-Akademie und des Ökologischen Forschungszentrum Naxos vor einigen Jahrzehnten sowie die Initiierung zahlreicher PROTERRA-EU-Projekte mit griechischer Beteiligung besteht eine enge Bindung zu Griechenland und den dortigen Jahrhunderte alten Lebensformen.
Auf diesem Hintergrund ergab sich im Juni 2026 die Zusammenarbeit von PROTERRA mit Professor Philipp Altmann.
Unser gemeinsames Forschungsprojekt soll die Kenntnisse aus unseren griechischen Projekten und die exemplarischen Erfahrungen unserer griechischen Teilnehmer*innen mit den griechischen gemeinschaftlichen und natur-affinen Lebensweisen nutzen. Gerade heute ist eine öffentliche Befassung mit diesen Lebensformen besonders wichtig, da sie in ihrer Zukunftsfähigkeit u.a. durch den Massentourismus, internationale Immobilienspekulationen und Investitionen in den Energiesektor massiv bedroht sind.
„Ein Blick auf die Lebensformen auf Naxos und anderer Orte in Griechenland ist ein vielversprechender Ansatz, um die Debatte zum global BUEN VIVIR rund um die Anden auf Europa und darüber hinaus auszuweiten“, haben Professor Philipp Altmann und Klaus Windolph in den letzten Wochen zahlreichen möglichen Kooperationspartnern in Griechenland in einem ersten Brief geschrieben (Text Griechisch).
Die bisherigen zahlreichen Antworten sind positiv. Neben den griechischen Rückmeldungen hat bereits Prof. Dr. Filippo Catani (Department of Geosciences, University of Padova, UNESCO Chair, University of Florence) seine Teilnahme zugesagt. Er war in den letzten Jahren an zahlreichen Projekten auf Naxos beteiligt.
Jetzt bedarf es der Konkretisierung der BETEILIGUNG, der INHALTE, der TERMINE der Recherche im Februar/März 2027 in Griechenland und der PLANUNG DES PROTERRA-FORUMS im Januar 2027 mit griechischen Referent*innen in Hannover.
Dazu legen zwei unserer Forscher*innen in der ersten Septemberwoche 2026 ein Forschungskonzept vor, das den griechischen Partnern übermittelt wird. Bisher haben sich zwanzig Wissenschaftler*innen, Politiker*innen, Künstler*innen und Leute der gelebten demokratischen Praxis zur Teilnahme am Projekt gemeldet.
Mitte September 2026 startet dann ein Austausch der Beteiligten in Videokonferenzen zur differenzierten Ausarbeitung der wichtigsten Fakten und es beginnt ein Textaustausch.
Mitte Januar 2027 werden die Ergebnisse in einem PROTERRA-FORUM mit griechischer Beteiligung der Öffentlichkeit in Hannover vorgestellt.
Die 10 tägige Forschungsrecherche in Athen und auf Naxos findet im Februar/März 2027 statt und schließt den ersten Teil des Projektes ab, das dann dauerhaft fortgeführt werden soll.
Wer Interesse an einer Beteiligung hat, ,melde sich bitte bei PROTERRA in Hannover: info@proterra-hannover.de
Team Forschungs-Projekt GLOBAL BUEN VIVIR HANNOVER
Klaus Windolph
