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Austausch über Konzeption, Gedanken und Ideen zur Vereinsgründung

Hannah-Arendt-Zentrum für Demokratie und Mitwirkung

Di.., 02 Juni 2026

Planungsgespräch am 28.5.2025 

Von links: Dr. ARNO BRANDT, MARKUS BREUCKMANN, KATHARINA BADENHOP, KLAUS WINDOLPH, DR. DANIEL GARDEMIN  

Foto: Katharina Kümpel 

 

 

In einem intensiven zweiten Gespräch mit den Initiatoren Arno Brandt und Daniel Gardemin haben wir die Entwürfe von PROTERRA zur Konzeption und zu den Gedanken und Ideen für die Vereinsgründung des HANNAH-ARENDT-ZENTRUMS FÜR DEMOKRATIE UND MITWIRKUNG umfassend besprochen und weitgehende Übereinkunft erzielt.

Die beiden Papiere von PROTERRA sind bereits allen an der Vereinsgründung Interessierten von Arno und Daniel zur Verfügung gestellt worden.

Eine weitere Fassung zu den Gedanken und Ideen für die Vereinsgründung des HANNAH-ARENDT-ZENTRUMS FÜR DEMOKRATIE UND MITWIRKUNG für die Gespräche in den geplanten WERKSTÄTTEN ist bereits erarbeitet worden und wird in den Satzungsfindungsprozess umgehend eingebracht.  

In den künftigen Werkstätten werden wir eng zusammenarbeiten. Eine Satzung des Verein soll in den nächsten Wochen vorliegen, so dass der Verein nach den Sommerferien 2026 gegründet werden kann. Dazu bedarf es intensiver Arbeit.

Wir sind sehr optimistisch, dass sich das HANNAH-ARENDT-ZENTRUM-HANNOVER als eine innovative, partizipative Stätte entwickeln kann und damit Zeichen setzen wird für neue, bürgernahe Demokratie, wie sie Hannah Arendt immer vorschwebte.

Das Hannah-Arendt-Zentrums für Demokratie und Mitwirkung e.V. in Hannover bedarf somit schon bei der Vereinsgründung detaillierte, partizipative Aspekte in der Präambel und eine spezifische Formulierung des Vereinszwecks.

 

Auszug aus

Politische Beteiligungsinitiative Hannover / PROTERRA e.V.

Gedanken und Impulse zur Vereinsgründung des

Hannah-Arendt-Zentrums für Demokratie und Mitwirkung e.V. in Hannover:

„Daher bedurfte die Freiheit immer eines eigens für sie erstellten Raumes, in dem Menschen zusammenkommen

konnten, des Versammlungsplatzes, der Agorá, um den die Polis politisch zentriert war.“ [1]

 

Aspekte für eine mögliche Präambel und Formulierung des Vereinszwecks

Zum Ausgangspunkt:

Der Verein engagiert sich für Demokratie und Miteinander im Sinne Hannah Arendts. Er benötigt deshalb eine besondere Struktur. Er ist Rechtsträger des Hannah-Arendt-Zentrums für Demokratie und Mitwirkung. Damit schafft er die organisatorische Grundlage für die Arbeit dieses Zentrums, welches in unmittelbarer Nähe von Arendts Geburtshaus an sie erinnert.

Zum Anliegen des Zentrums:

Diese Erinnerung ist keine museale, sondern Hannah Arendts Verständnis der Vita activa verpflichtet. Das Hannah-Arendt-Zentrum bietet deshalb Raum, in dem Menschen zusammenkommen, ist also ein Versammlungsplatz, eine Art Agorá, und ermöglicht, dass eine Pluralität von Menschen in öffentlichen Räumen handelt und debattiert [2]. Das Zentrum ist damit ein Raum für das niedrigschwellige politische Tätigwerden aller Menschen jenseits des parteipolitischen Engagements und ein Lernort für „die Fähigkeit …, die vielen möglichen, in der wirklichen Welt vorgegebenen Standorte einzunehmen, von denen aus die gleiche Sache betrachtet werden kann“.[3] Das Hannah-Arendt-Zentrum für Demokratie und Mitwirkung fördert Mitgestaltungswillen von Bürger*innen und bietet jedem Menschen die Möglichkeit, im Sinne Arendts einen Anfang zu machen, um seine politische Freiheit durch selbstverantwortliche aktive Mitwirkung am öffentlichen Leben wahrzunehmen. Dies geschieht einerseits im direkten Austausch miteinander, z.B. durch Gespräche über die realen Lebensverhältnisse, andererseits sollen Gesprächs- und Beratungsangebote, z.B. zu partizipativen Möglichkeiten und Bürgerbeteiligung, dazu beitragen, ein Verständnis für politisches Handeln und demokratischen Zusammenhalt zu erlangen.

So werden Alltagskompetenzen in kollektives, auf Gemeinwohl bezogenes Handeln integriert und der Gefahr eines zunehmend schwindenden Verantwortungsbewusstseins für die Mitgestaltung des öffentlichen Lebens entgegengewirkt.

„Öffentliche Freiheit ist eine positive weltliche Errungenschaft, die entsteht, wenn eine Pluralität von Menschen in öffentlichen Räumen handelt und debattiert, Meinungen austauscht und auf den Prüfstand stellt und den jeweiligen anderen zu überzeugen versucht.[4]

„… entscheidend ist nicht, dass man Argumente umdrehen und Behauptungen auf den Kopf stellen konnte, sondern dass man die Fähigkeit gewann, die Sachen wirklich von verschiedenen Seiten zu sehen und das heißt politisch, dass man sich darauf verstand, die vielen möglichen, in der wirklichen Welt vorgegebenen Standorte einzunehmen, von denen aus die gleiche Sache betrachtet werden kann (…) Die Fähigkeit (…) erzielt so eine wahre Bewegungsfreiheit in der Welt des Geistigen, die der Bewegungsfreiheit im Physischen genau parallel läuft.“[5]

[1] Hannah Arendt (2026): Über die Revolution. 6. Auflage, Piper, Seite 37

[2] Die kursiven Satzteile entstammen den Zitaten, a.a.O. 1,4,5

[3] a.a.O.

[4] Richardt J. Bernstein (2021): Denkerin der Stunde: Über Hannah Arendt. Suhrkamp, 2. Auflage, S.102

[5] Hannah Arendt (2015): Was ist Politik? Piper, 5. Auflage, Seite 96-97

 

Politische Beteiligungsinitiative Hannover / PROTERRA e.V. / 3.6.2026

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