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Recherche zukunftsfähiger griechischer Lebensformen

TROPOS TIS KALIS ZOIS

So.., 05 Juli 2026

PROTERRA PROJECT COOPERATION e.V.

PROTERRA-RECHERCHE IN GRIECHENLAND

 

TROPOS TIS KALIS ZOIS

H ELLENIKI KALI ZOI

Η ελληνική καλή ζωή

 

Wir arbeiten an der Übertragung der politischen und kulturellen Relevanz des BUEN VIVIR für Europa und starten mit einer Recherche zum ELLENIKI KALI ZOI, zu den zukunftsfähigen griechischen Lebensformen an Beispielen aus Athen und Naxos. 

SUMAK KAWSAY, BUEN VIVIR, GUTES LEBEN beschreibt ist gemeinschaftszentriert, ökologisch ausgewogen und kulturell sensibel ist. Der direkte Bezug zur Natur ist essenziell und das Lokale bei der Gestaltung des Lebens ist sehr wichtig. In der ecuadorianischen Verfassung wird es so beschrieben: „Wir … beschließen hiermit, eine neue Form des öffentlichen Zusammenlebens in Vielfalt und im Einklang mit der Natur aufzubauen, um die gute Lebensweise zu erreichen.“

Die übersetzten Begriffe BUEN VIVIR, gut leben seien nach Prof. Eduardo GUDYNAS zu nah an westlichen Vorstellungen von Wohlbefinden oder Wohlfahrt. Es gehe beim Thema Wohlbefinden nicht um das Individuum, „sondern um das Individuum im sozialen Kontext seiner Gemeinschaft und in einer einzigartigen Umweltsituation.“ BUEN VIVIR habe nach Prof. Eduardo GUDYNAS der politischen Philosophie ebenso viel zu verdanken wie den indigenen Weltanschauungen. BUEN VIVIR sei gleichermaßen von der westlichen Kritik des Kapitalismus in den letzten 30 Jahren beeinflusst, insbesondere aus dem Bereich des feministischen Denkens und des Umweltschutzes wie auch von indigenen Ansätzen, es erfordere jedoch „keine Rückkehr zu einer Art indigener, präkolumbianischer Vergangenheit.“ 

Ein bestimmendes Merkmal von BUEN VIVIR sei die Harmonie, sagt er, die Harmonie zwischen den Menschen und auch zwischen den Menschen und der Natur. Ein verwandtes Thema sei das Gefühl des Kollektivs. Der Kapitalismus sei ein großer Förderer der individuellen Rechte: das Recht zu besitzen, zu verkaufen, zu behalten, zu haben. Aber das alternative Paradigma des BUEN VIVIR aus Südamerika unterwerfe die Rechte des Individuums denen der Völker, der Gemeinschaften und der Natur.

Wie sieht das in der Praxis aus? Nehmen wir zum Beispiel Immobilien. Laut BUEN VIVIR sind Menschen niemals Eigentümer der Erde und ihrer Ressourcen, sondern nur Verwalter. Dies widerspricht der Idee des Naturkapitals, die heute in Geschäftskreisen weit verbreitet ist. Ökosystemdienstleistungen beispielsweise, bei denen die Umweltgüter bei der Wasserversorgung von Flüssen oder die Kohlenstoffbindung von Wäldern monetär bewertet werden, führen nicht weiter. 

„Wenn Sie der Natur einen Preis geben, dann schlagen Sie ein Eigentum am Planeten vor .. Darüber hinaus ist Kapital etwas, das zwischen Menschen austauschbar ist. Aber wenn man die Umwelt zerstört, dann ist es schwierig, sie wieder aufzubauen, was ihre Austauschbarkeit untergräbt“, argumentiert Eduardo GUDYNAS.

Marktorientiertes Denken bestimme zunehmend die Bildung und müsse reformiert werden. Es bestehe die Notwendigkeit, dass wir weniger verbrauchen und über den Konsum aufklären. Auch Energieeffizienz müsse an Konsumreduzierung gekoppelt werden. 

Darüber hinaus müssten die Verbraucher anfangen, den „wirklichen Wert“ der Produkte, die sie konsumieren, zu bezahlen, argumentiert GUDYNA. Das heißt, ökologische und soziale Kosten sollten in den Endpreis einfließen und nicht externalisiert werden. Er nennt das Beispiel eines elektrischen Ventilators im Wert von 25 US-Dollar, der in seiner Heimatstadt Montevideo zum Verkauf steht. „Es wird in China hergestellt, mit Kunststoff, der nicht recycelbar ist, mit Kupfer wahrscheinlich aus Chile und anderen Metallen vielleicht aus Peru. Keine der sozialen und ökologischen Kosten des Bergbaus oder des Transports taucht im Preis auf. Wenn sie es täten, könnte es niemals zu diesem Preis verkauft werden.“

Eine nach BUEN VIVIR strukturierte Wirtschaft würde auch erhebliche Veränderungen der kapitalistischen Produktionsweisen erfordern, insbesondere in Bezug auf die Landwirtschaft. Ein wichtiger Knackpunkt ist die Größe. Für BUEN VIVIR, erklärt Eduardo GUDYNAS, ist klein schön. Die Produktion in kleinem Maßstab habe eine Reihe von Vorteilen: Sie spiegelt eher die lokale Kultur wider und verbessert sie, bezieht die lokale Bevölkerung ein und schützt die lokale Umwelt. Die Tage der exportorientierten industriellen Landwirtschaft wären damit gezählt. 

„Die aktuelle Diskussion über die Anwendung von BUEN VIVIR basiert auf Produktionsprozessen, die wenig Rohstoffe und Energie verbrauchen und auf regionale Märkte ausgerichtet sind“, so Eduardo GUDYNAS weiter. „Dies würden eine gewisse Abkopplung Südamerikas als Exporteur von Primärrohstoffen für die Weltwirtschaft bedeuten. Es bedeutet auch, nur die Menge an natürlichen Ressourcen zu fördern, die wir auf dem Kontinent selbst benötigen.“

Auch traditionelle Ansätze zur sozialen Verantwortung von Unternehmen kommen nicht allzu gut an. „Sie sind nicht dafür gemacht, verantwortlich zu sein“, sagt er. „Sie werden gemacht, um Gewinne zu erwirtschaften.“

Selbst wenn Verantwortung und Gewinn gelöst werden könnten, tauche das Hindernis der Größe immer noch auf: „Es gibt eine enorme Distanz zwischen den Entscheidungsträgern, den Eigentümern und den Konsequenzen des Handelns des Unternehmens .. Und die Manager, die das Unternehmen tagein, tagaus führen, sind nicht wirklich verantwortlich für die sozialen Auswirkungen ihrer Entscheidungen, weil die Eigentümer so diffus und verstreut sind.“

Buen Vivir sei nicht in erster Linie als Vorlage für die Organisation wirtschaftlicher Angelegenheiten gedacht. Vielmehr beschreibe es eine Lebensform, die soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Fragen zusammen und im Gleichgewicht sieht, nicht getrennt und hierarchisch wie heute.

https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/buen_vivir_1852.htm

 

BUEN VIVIR greift also Konflikte und Kritiken auf, die vielen Menschen am Herzen liegen. In vielen Teilen der Welt gibt es lokale Lebensformen, die von der Gemeinschaft ausgehen, lokale Praktiken im Einklang mit der Natur seit Jahrhunderten pflegen und auch ihren Niederschlag in der Musik, dem Tanzen, der Literatur, dem Singen und der Gestaltung der Wohnorte finden. Die Menschen sind davon überzeugt, dass ihre Lebensformen auch in Zukunft bestehen sollen. Doch sie fühlen sich ohnmächtig vor den Wirkungen der heutigen wirtschaftlichen Entwicklung, die diese Lebensformen marginalisiert, wenn nicht dauerhaft zerstört.     

Weitere Informationen zum BUEN VIVIR in Peripherie, Heft 149 (2018) Verlag Barbara Budrich.  https://budrich-journals.de/index.php/peripherie/issue/view/2383

Das BUEN VIVIR ist in vielen Schriften in Europa mittlerweile bekannt.

Was könnte in EUROPA dem BUEN VIVIR ähnlich sein?

Als erstes wollen wir die dem BUEN VIVIR ähnlichen griechischen Lebensformen, die unbedingt erhaltenswert sind, in der ÄGÄIS und in ATHEN untersuchen, recherchieren und diskutieren. Was ist das BUEN VIVIR in Griechenland, das „TROPOS TIS KALIS ZOIS“, wie ist es charakterisiert, welchen Namen gibt es dafür, wie lassen sich diese Lebensformen erhalten? NAXOS, die Ägäis Insel der Kykladen und ATHEN sind unsere Recherchegebiete des Landes, in denen wir seit Jahrzehnten wissenschaftlich, institutionell, mit Bildungs- und Kulturprojekten in aktiver politischer, kultureller und kooperativer Arbeit tätig sind.

 

Zunächst dazu ein paar Zeilen der berühmten Schriftsteller NIKOS KAZANTZAKIS, der auf Naxos in der Ägäis zur Schule gegangen ist und von ODYSSEAS ELYTIS, der als Literaturnobelpreisträger auch über Griechenland hinaus bekannt wurde: 

„Alles in Griechenland, Berge, Flüsse, Meere, Ebenen sprechen zum Menschen in einer fast menschlichen Sprache. Sie drücken ihn nicht nieder, sie quälen ihn nicht; sie werden zu Freunden und Mitarbeitern.“  Nikos Kazantzakis (1980): Im Zauber der griechischen Landschaft.

Eines Tages wird die „Poesie – wie zwischen Feuersteinfelsen purpurner Mohn, wieder erblühen. Ich spreche nicht über die Fähigkeit, Verse zu komponieren, jedoch über die andere: Die Welt buchstäblich und sinnbildlich neu zu komponieren, so dass ihre Sehnsüchte es schaffen, sich zu erfüllen und dadurch beitragen, ein Gut zu erschaffen, das die Menschengemeinschaft anerkennt. Für einen träumerischen und schwärmerischen Griechen, der zu sein ich mich ohne zu zögern bekenne, kann der Sinn eines solchen Gutes in seiner äußeren Vollendung nichts weiter sein, als ein idealer Ort, der trotz alledem aus Erde und Wasser erschaffen ist, eine >>Insel der Seligen<<, die ganz und gar nicht in natürlichem oder anderem Reichtum versinkt, wohl aber genügsam und anspruchsvoll zugleich ist, in der Art des Parthenon, nackt und im Einklang mit dem goldenen Schnitt der Winde und dem kalkgesalbten Mäuerchen einer Kirche über dem betörenden Meer.“ Odysseas Elytis (2019): Aller Anfang ist Poesie. Alphaia Verlag.  

Eine Arbeit, die sich nicht aus Not oder äußerer Notwendigkeit ergibt, sondern selbst bestimmt und frei gestaltet ist, zum Wohle der Menschen in der Nachbarschaft und Gemeinschaft und im Einklang mit der Natur. Diese Arbeit hat spielerische und freiheitliche Elemente wie Schiller sie mit seinem Satz „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur dort ganz Mensch, wo er spielt“ beschreibt. Überall auf Naxos in den Dörfern, auf den Terrassenlandschaften der landwirtschaftlich und weidewirtschaftlich genutzten Regionen, mit Tanz und Musik auf den Plätzen, in den Tavernen und in den Schulen, mit der Kreativität der ästhetischen Gestaltung der Alltagswelt und durch die partizipative Kraft des Widerstandes gegen wirtschaftliche und politische Zwänge arbeiten die Menschen seit Jahrhunderten in dieser freiheitlichen, wertschöpfenden Art, nahe an der Natur mit Respekt und Solidarität, in jüngerer Zeit unter gleichberechtigter Einbeziehung der Frauen.

Auf Naxos erforschen wir seit Jahrzehnten die Praxis dieser grundsätzlichen, menschlichen und naturgerechten Wirtschafts- und Lebensweise, die sich mühsam angesichts eines von außen herangetragenen Immobilienhypes und einer neuen Phase des Massentourismus‘ seit 2022 zu bewahren sucht. Viele PROTERRA-Mitglieder kennen diese griechische Lebenswelt auf den Inseln der Kykladen.

2026 versuchen wir im PROTERRA-Forum zur Zukunft der Demokratie junge Einwohnerinnen von Naxos über diese Lebensformen in Hannover berichten zu lassen. Wir hoffen damit neben dem Dialog zum lateinamerikanischen BUEN VIVIR auch ähnliche europäische Lebensformen, wie sie in Griechenland noch existieren, bekannter zu machen. Dieses Gute Leben in Gemeinschaft, η καλή ζωή στην κοινότητα, mit dem Wissen im Einklang mit der Natur zu leben und ohne Profit- und Eigentumsinteressen!  

AUF NAXOS GEHT ES HEUTE UM DEN ERHALT DIESES „KALI ZOI“, EINER SEHR ALTEN GEMEINSCHAFTLICHEN LEBENS- UND WIRTSCHAFTSWEISE MIT DER BEWAHRUNG DER KULTUR UND DER RECHTE DER NATUR!

Die Menschen auf Naxos versuchen, eine jahrhundertealte Tradition am Leben zu erhalten. Die Viehzucht, die traditionellen MITATA, die Kunst der äußerst vielfältigen Käseherstellung, die schwere Bewirtschaftung des Landes und die tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Natur und ihren Tieren waren schon immer eine Lebensweise, die die Bewohner mit ihrem Land und ihrer Gemeinschaft verband. Dazu gehört das Leben mit Freude, mit Tanz, Musik, Singen, Debattieren und auch Kämpfen mit Widerstand gegen zerstörerische Kräfte. Die Kunst und Ästhetik auf Naxos verkörpern diese Lebensweise, in der Architektur der Dörfer, auf den Plätzen und in der Literatur.

Heute kann die Wasserkrise neben vielen ökonomischen Zwängen zu einer Identitätskrise beitragen. Die Hirten sind gezwungen, täglich Wassertanks zu transportieren, um ihre Tiere zu tränken, da Dürre und Wasserknappheit ihnen das Wasser entziehen und unzureichende Infrastrukturen die Situation erschweren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen des Tourismus, was den Druck auf den Primärsektor erhöht.

Es ist wichtig, die über Naxos hinausgehende Bedeutung der Praxis der lokalen Gemeinschaften und ihrer naturnahen Lebensgrundlagen in einer sich rasch verändernden Welt am Leben zu erhalten, diese zu verdeutlichen und als Beispiel mit europäischem Ausstrahleffekt zu verbreiten. Gleichzeitig eröffnet dieses Leben die Diskussion über regenerative Landwirtschaft und die Lösungen, die sie einer Gesellschaft bieten kann, die nach nachhaltigen Wegen für die Zukunft sucht.

Letztendlich fungiert das Beispiel von Naxos als Spiegel für die großen Herausforderungen des künftigen Lebens in Griechenland und weltweit.

Wir selbst können dazu unsere eigene Beteiligungspraxis an einem solchen Leben nahe der Natur und in gesellschaftlicher Solidarität mit der Gemeinschaft, in Bescheidenheit und Freiheit einbringen, so wie wir es auch nach Abreise der meisten Touristen und der Rückkehr der einheimischen Lebensart ins Zentrum des Lebens der Insel mit leben und mit praktizieren.  

 

LEBENSFORMEN DES „GUTEN LEBENS“ AUF NAXOS

NAXOS – „TROPOS TIS KALIS ZOIS“

Fr.., 22 Mai 2026

Auf der Kykladen Insel Naxos bemühen sich sehr viele Menschen um den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit ihrer Jahrhunderte alten Lebensformen.

„TROPOS TIS KALIS ZOIS“ mit dem Guten Leben im Einklang, mit menschlichen Wirtschaftsweisen und einer Lebenspraxis in Gemeinschaft und im Einklang mit der Natur.

Dazu gehört die Bewahrung der ausgedehnten NATURA 2000 – Schutzgebiete an den Küsten und in den Gebirgen.

Zunehmend werden diese politisch relevant, wenn es in den zahlreichen Bürgerbewegungen um die Bewahrung der Küstenlandschaften geht. In den Gebirgslandschaften geht es um naturgerechte Weidewirtschaft, legalen Bergbau, Schutz der uralten einheimischen Baumbestände und der PHRYGANA, der Buschvegetation mit außerordentlicher Pflanzenvielfalt in den nur extensiv genutzten Kulturlandschaften. Immer mehr Menschen bemühen sich auch um eine sachgerechte, von Bürger*innen getragene Energiegewinnung auf der Insel, die externe Windkraftanlagen in den sensiblen Berglandschaften nicht akzeptabel findet, wohl aber Windkraftanlagen in der Hand der Dorfgemeinschaften und Wasserkraftgewinnung über die eigenen kleinen FRAGMATA-Dämme in den Tälern. 

In der heutigen Zeit der Veränderung der Wirtschaft durch externe Investitionen, die vom Staat gefördert werden, massen-touristischer Eingriffe in die Küstenlandschaften und küstennahen Orte, Immobilienkäufe und Bautätigkeit gegen die Interessen der Bewohner*innen, gilt es mehr denn je Arbeiten zum Erhalt der Lebensformen zu fördern und zu bewahren, die allen Bewohner*innen der Insel ein Gutes Lebens zu ermöglichen.

Das gilt in erster Linie für die stärkere Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft und für die eigene Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie Oliven, Wein, Gemüse, Milch, Kartoffeln, Fleisch der Ziegen und Schafe für den lokalen Markt. In diesem Kontext können auch die zahllosen Handwerksbetriebe gefördert werden, so dass sie weiter in der ästhetischen Qualität von Naxos arbeiten können und somit auch zum Erhalt der Dorfarchitektur, dem Erhalt der Arbeitsplätze und einer lebendigen Dorfatmosphäre beitragen. Die Dörfer sind bis heute Orte der gesellschaftlichen Vielfalt, der Mitbestimmung der Bürger*innen, der Emanzipation der Menschen durch eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen und einer gelebten Alltagspartizipation.

Diese hier nur angedeutete Lebenspraxis des GUTEN LEBENS mit einfachem Gemeinschaftsleben, umfassender Förderung und Praxis des Musik- und Kunstlebens insbesondere auch für junge Leute, mit der historischen Arbeit von Persönlichkeiten an der Dokumentation der lokalen Kulturschöpfungen, mit der  umfassender Praxis des kulturellen und politischen Lebens mit Widerstandsgeist, mit der Bewahrung der partizipativen und landschaftserhaltenden Arbeiten von Institutionen und Menschen wie Manolis Glezos und mit lebendigem DORFLEBEN in den Tavernen, Cafés sowie auf den zahlreichen Plätzen muss allen auch außerhalb dieser griechischen Inselregionen der Kykladen bewusst werden und stärker in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, auch europaweit und mit wissenschaftlicher Begleitung.

Dazu bereiten wir von PROTERRA in Kooperation mit lokalen Partnern für 2026/27 internationale FOREN, öffentliche Veranstaltungen auf Naxos, in Athen und in Hannover vor und bemühen uns um mehr Publikationen, die die heutige und zukünftige innovative Praxis des „GUTEN LEBENS“, tis „KALIS ZOIS“ verbreiten und bekannt machen. 

Der Widerstand gegen die wirtschaftliche Zerstörung der menschlichen Lebensformen auf Naxos nimmt in Bürger-Bewegungen und Aktionen vielfältiger Art Gestalt an.

So in der Aktion „WASSER-MONUMENTE AUF NAXOS, als nur einem von vielen aktuellen Beispielen, wie in der Zeitung NAXOS TIMES am 10.6.2026 berichtet wird.  

Das Projekt „Wasser Monumente auf Naxos“, das von MIO-ECSDE in Zusammenarbeit mit MONUMENTA und GWP-Med von April bis Dezember 2026 umgesetzt wird, hat zum Ziel, das reiche aquatische Kulturerbe der Insel zu dokumentieren und bekannt zu machen. Gleichzeitig versucht das Projekt, Bewohner und Besucher über die Notwendigkeit von Wasserschutz und rationalem Management zu informieren und das Bewusstsein zu schärfen, gerade in einer Zeit, in der Wasserknappheit und die Auswirkungen der Klimakrise immer deutlicher werden.

Im Rahmen des Programms werden traditionelle Brunnen, Wasserstellen, Zisternen, Bewässerungssysteme und andere Wasserbauwerke von der Antike bis zur Gegenwart dokumentiert. Dabei wird besonderer Wert auf das immaterielle Kulturerbe, wie Bräuche, Erzählungen und lokale Traditionen im Zusammenhang mit dem Wasser und dessen Management gelegt.

Gleichzeitig werden moderne wassersparende Praktiken wie Regenwasserentnahme und Grauwasserrecycling dokumentiert, was helfen könnte, den zunehmenden Druck auf die Wasserressourcen der Insel zu bewältigen.

Das Programm umfasst außerdem Bildungsaktivitäten in Schulen, die Erstellung von gedruckten und digitalen Materialien, eine Online-Bürgerbeteiligungskampagne sowie eine Veranstaltung, die im Herbst 2026 auf Naxos stattfinden wird, mit Expertenpräsentationen und Besuchen ausgewählter Wassermonumente. Die ersten Bildungsmaßnahmen wurden bereits in Schulen auf der Insel mit der Teilnahme von etwa 150 Schülern und Lehrern durchgeführt.

Die Initiative strebt an, Vergangenheit mit Zukunft zu verbinden, indem sie hervorhebt, wie frühere Generationen Wasser verwalteten. Aber die Initiative fördert auch Lösungen fördert, die zur nachhaltigen Entwicklung von Naxos in den kommenden Jahren beitragen können.

Facebook: Naxos Times.Gr.10.6.2026Μνημεία Νερού στη Νάξο:  Καταγραφή της υδάτινης κληρονομιάς και δράσεις για τη λειψυδρία

 

„Kali Zoi“ als Lebenskonzept

„Kali Zoi“ als Lebenskonzept umfasst die Integration der Natur in das Leben und die persönliche Integration des natürlichen Lebens. Es setzt sich mit den Menschen der Insel fort und fördert die Gemeinschaft, die sich in der Natur und in der Kreativität entwickelt. „Kali Zoi“ ist eine demokratische Kraft, die durch die Integration der Menschen in die Natur und die von ihr ausgehenden Impulse entsteht. Es ist eine Kreativität und Lebenskraft, die auf Naxos wächst, Künstler*innen motiviert, die ihre Spuren hinterlassen.

Die griechische Lebenswelt 2025 Elemente des Guten Lebens der Gesellschaft / https://proterra-hannover.de/

 

Giorgos KALLIS, ein griechischer Wissenschaftler, der am „KALI ZOI“/ BUEN VIVIR forscht, schreibt in der griechischen Tageszeitung Kathimerini am 6. April 2024:

„Η ελληνική καλή ζωή

Ohne Grenzen gibt es keine wirkliche Freiheit

Die antike griechische Weisheit kann den Westen lehren, was ein schönes und freudvolles Leben in Maßen bedeutet – Was macht uns Griechen, aber auch die anderen Mittelmeervölker in ihrer Überlebensfähigkeit besonders?

– Was genau haben uns die alten Griechen gelehrt?

– Aristoteles hatte gesagt, dass das einzige Ding in der Natur, das keine Grenzen kennt, das Geld ist, und deshalb ist seine Macht zerstörerisch. Epikur hatte die Schönheit eines einfachen Lebens, einer Freundschaft, eines guten Essens und eines netten Gesprächs gelehrt, das heißt, wo der Sinn liegt und nicht in der endlosen Anhäufung von Geld und Macht, die einen am Ende des Lebens leer und innerlich hässlich zurücklassen. Allgemeiner gesagt, hatten die Alten sowohl durch ihre Philosophie als auch durch die Tragödie eine Kultur aufgebaut, die die Messlatte gegen die Gefahr der Hybris höher legte, eine Gefahr, die sie in der Entdeckung des Geldes sahen, das nur Katastrophen gebracht hatte, wie den Bürgerkrieg in Athen zwischen den Wenigen und den vielen Verschuldeten. Die Gründung der athenischen Demokratie durch Solon war eben eine Auferlegung von Maß und Grenze, wobei die Gesetze der Stadt durch Denken und Kunst unterstützt wurden.

– Was macht uns Griechen, aber auch die anderen Mittelmeervölker in ihrer Überlebensfähigkeit besonders?

– In dem Maße, in dem wir ein historisches Gedächtnis haben, wissen wir, dass wir mit wenig leben können, und zwar gut. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Meer und eine gute Gesellschaft genügen. Dinge, die wir jetzt um der Resorts und der angenehmen touristischen Entwicklung willen verkaufen. Ich hoffe, dass wir irgendwann aufwachen und etwas von der griechischen Weisheit und Größe wiederentdecken. Ich glaube, dass der Westen das auch braucht. Wir können ihnen beibringen, was ein schönes und freudvolles Leben bedeutet, und zwar in Maßen.

Η ΚΑΘΗΜΕΡΙΝΗ 6.4.2024, Übersetzung Klaus Windolph

 

DAS TEAM zur RECHERCHE DES KALI ZOI bildet sich gerade für die Recherche in der ersten Oktoberwoche 2026. Sie können sich beteiligen. Bitte anmelden!

PROTERRA

info@proterra-hannover.de

PROTERRA PROJECT COOPERATION e.V.

 

 

 

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